EVE auf Linux

Am Wochenende habe ich mich endlich getraut. Ich habe mein Windows gelöscht und eine Linux Distribution installiert. Ich habe zwar schon zuvor an Linux gearbeitet, doch nie auf meinem Desktop. Dazu hatte ich einfach zu viel Sorgen, dass zu viele Programme und Hardware nicht unter Linux funktionieren, allen voran Eve Online.

Den entscheidenden Anstoß gab mir letztendlich das Bekanntwerden der Überwachung durch die NSA (und andere Geheimdienste). Wer weiß schon, was in Windows so alles versteckt ist. Doch zuerst musste ich die richtige Distribution für mich finden.
Ich wollte eine minimalistische Distribution die nicht so überladen ist wie Ubuntu. Deshalb fiel meine Wahl auf Arch Linux.
Die Installation von Linux verlief etwas holprig, da Arch Linux keinen grafischen Installer mitbringt und UEFI wohl noch nicht der Normalfall ist. Das Meiste muss von Hand installiert und angepasst werden, auch die grafische Benutzeroferfläche. Ich habe mich für das flexible XFCE4 entschieden. Es nimmt nicht viel vom Bildschirm weg, ist schlank, anpassbar und hübsch, wenn man es eingerichtet hat.

Arch Linux und Eve
Danach wurde Wine installiert und Eve runtergeladen. Vor dem Download empfiehlt es sich den Eve Online Current Eintrag auf WineHQ zu lesen. Oben ist ein Screenshot von meinem aktuellen Desktop mit einem laufenden Eve.
Nach zwei Versuchen startete Eve zumindest. Es passte jedoch dank Fenstermodus nicht auf den Desktop. Auch zwei Clients waren mit der normalen Konfiguration nicht möglich.
Google half mir dann und so starte ich jeden Eve Client in einem eigenen virtuellen Desktop mit der Auflösung von 1920×1040. Das Ergebnis kann man oben im Screenshot sehen.

Was haltet ihr von Eve on Linux? Warum bleibt ihr bei Windows oder wolltet ihr schon immer Linux ausprobieren?

11 Antworten auf EVE auf Linux

  • errious sagt:

    Da ich mich noch nie mit Linux auseinandergesetzt habe und das auch nicht vorhabe, ist mir eigentlich ziemlich wurst ob die NSA von meinen Bomben im Keller weiß (Ich habe gar keinen Keller, aber das kriegen die nie raus).

    Mich würde eher mal interessieren „warum“ du nun auf Linux umgestiegen bist? Nur weil die NSA nun erfährt das du ein Windoof abtrünniger geworden bist und quasi die Konvession geändert hast wird ja nicht alles gewesen sein.

  • eXeler0n sagt:

    Das Thema habe ich hier, in einem Blog über Eve Online, nicht so detailiert ausgeführt.
    Mit Windows war ich grundsätzlich recht zufrieden. Wenn man aber mal mit Linux etwas genauer in Berührung kommt und nicht zu den hauptsache-es-läuft-Usern gehört, dann sieht man doch viele Vorteile.

    Schon alleine die Programmverwaltung ist weltklasse. Ich brauche einen PDF Viewer? pacman -Ss pdf und schon kommen viele Alternativen. Eine ausgesucht und mit pacman -S programmname wird es installiert. Mit allen benötigten Paketen.

    Mir gefällt die Oberfläche nicht? Dann passe ich sie an oder nehme gleich eine ganz andere.
    Dazu brauche ich mir weniger Sorgen um Sicherheit zu machen. Benutzer lassen sich explizit einschränken und das out of the Box. Ich will nicht, dass meine Freundin den Computer ausschalten darf? Dann nehme ich sie einfach aus der Gruppe power. Das gleiche geht mit fast allen Dingen. Es lassen sich auch ohne Probleme reine Gastuser erstellen, welche KEINERLEI Daten auf dem PC speichern dürfen, kein USB nutzen dürfen und den Ton auch nicht.

    Performance hat auch einige Vorteile. Auf Windows muss jedes Programm, dass MP3 nutzen will dieses Modul selbst mitbringen. Also hast du quasi mehrfach MP3 installiert. Bei Linux ist MP3 einfach eine Abhängigkeit. Firefox will MP3 und es ist nicht installiert? Pacman installiert es mit. Der später installierte Audioplayer nutzt einfach diesen Codec, statt nochmal einen zu liefern.

    Aber man muss eben auch den etwas höheren Verwaltungs- oder zumindest Einrichtungsaufwand sehen. Da man mehr Möglichkeiten hat passt man das System mehr an. Und das kostet Zeit. Wobei Ubuntu einem da sehr entgegenkommt.

    Es ist einfach die Anpassbarkeit, Flexibilität und (nach der Einrichtung) Einfachheit, die mir bei Linux zusagt. Dazu bin ich vermutlich auch ein kleiner Nerd, welcher Spaß an solchen Spielerein hat. Das Gefühl etwas gegen die Überwachung getan zu haben kommt da noch als Bonus dazu.

  • errious sagt:

    Nun, deine Aussagen bzgl. der Programme und dem was immer noch bei Windoof hinten dran hängt mag zutreffen, bei Win ist es in der Tat immer so das man alles doppelt und dreifach installiert hat, aber an sich kann ich Win in vielen Eigenschaften auch meinen Wünschen anpassen. Dieses Pacman scheint einem einiges in punkto suchen und finden einiges abnehmen, aber bislang hab ich alles gefunden was ich brauchte und was man nicht braucht schmeißt man einfach weider runter.

    Thema Sicherheit, nun, ich weiß nicht was ihr alle für „empfindliches“ oder meinetwegen auch „hochexplosives“ Material auf euren Rechnern habt, aber ein an das Internet angeschlossener Rechner sollte generell keine Daten drauf haben die verloren gehen können, oder auch von Dritten gelesen oder gar gestohlen werden könnten. Schon gar nicht wenn man damit EvE zockt ^^

    Mittlerweile nutze ich meinen Rechner mit Win7 schon mehr als 3 Jahre und habe noch nie Win neu aufspielen müssen, wenn man sich ein wenig mit der Materie auskennt von Berufswegen her, hilft das natürlich.

    Linux käme für mich aufgrund vieler Programme die darunter nicht laufen, ich aber beruflich benötige gar nicht erst in Frage, aber wenn du mit deiner Entscheidung glücklich bist dann Glückwunsch, jedem das seine :)

  • eXeler0n sagt:

    Das einzige Programm, dass ich von Berufswegen brauche ist ein Microsoft Word. Das habe ich bisher noch auf meinem Notebook.
    Windows musste ich bisher auch selten neu aufspielen, daran liegt es also nicht. Viren waren bei mir eigentlich nie ein Problem.

    Und das mit der Überwachung, da liegt es nicht daran, was man empfindliches auf dem Gerät hat, sondern schlicht und einfach am Prinzip. Du gibst der Polizei auch nicht einfach den Schlüssel zu deinen vier Wänden, damit sie da regelmäßig reinschauen können. Wenn sie dann noch einen Beamten abstellen, der dir den ganzen Tag auf Schritt und Tritt folgt und protokolliert, was du machst, dann fändest du das glaub auch nicht so geil. Auch wenn du keine empfindlichen oder hochexplosiven Dinge machst.

    Stasi lässt grüßen!

    • errious sagt:

      Ich dachte man arbeitet heutzutage nur noch mit Google Docs und sonstigen share fähigen angeboten.
      Kann mich gar nicht erinnern wann ich das letzte mal Word aufgemacht hab, mensch da werd ich grade richtig nostalgisch ^^

      Was den Beamten angeht, geb ich dir wohl Recht, das Prinzip zu haben, niemanden in seine „digitale“ Privatsphäre zu lassen ist ja auch ok, ich persönlich hab kein Problem damit wenn die NSA in meinem Rechner rumschnüffelt.

      Aber sein wir mal realistisch, grundsätzlich ist es doch so das wenn man sich ein Email Konto eingerichtet hat bei irgendeinem Anbieter schon die Datenquelle angezapft ist bevor du Anmelden geklickt hast.
      Onlinebanking, Email und alles wo man so online seine Brotkrümel verstreut hat, auf alles können die Herrschaften in den dunklen Anzügen zugreifen, auch wenn wir das ungerne wahr haben wollen.

      Ich will da keine Paranoia-Diskussion starten, aber meinst du nicht auch das es fast unmöglich sein wird sich auf Zugriff durch Dritte abschirmen zu können, explizit Behörden?

    • eXeler0n sagt:

      Google Docs nutze ich eigentlich wirklich nur, wenn ich ein Dokument wirklich mit anderen teilen und eventuell gleichzeitig bearbeiten will. Für meine Dokumente nutze ich es nicht, auch weil ich auch mal Dokumente bearbeite, wenn ich kein Internet habe.

      E-Mail muss ich zugeben, dass es -noch- über Google läuft. Das wird sich ändern.

      Aber letztendlich geht es nicht darum, die NSA auszusperren, sondern ihr die Arbeit etwas zu erschwereren und der wichtigste Grund ist, dass ich gerne wieder mehr Kontrolle über meine Daten hätte. Linux auf dem PC ist da nur ein kleiner Teil davon.

      Die NSA Affäre hat mich nur wieder zu Linux gebracht und meiner Bequemlichkeit einen Ruck gegeben. Installieren wollte ich es schön länger, ich habe es nur wegen des befürchteten Aufwandes gelassen.

      Und ich bin mir bewusst, dass ich mich nicht wirklich abschirmen kann. Aber deshalb muss man auch nicht gleich alles so einfach wie möglich machen. Viele denken bei Datenschutz nur in den beiden Extremen. Das eine ist wohl leider Realität, das andere nicht erreichbar. Warum sollte man nicht versuchen, dazwischen irgendwo hinzukommen?

    • errious sagt:

      Oha, na da streut der Neo aber ordentlich Salz in deine Suppe ;)

      Aber der Versuch ist sicher nicht verkehrt es den Herrschaften zu erschweren eXeler0n

  • Neovenator sagt:

    Die NSA trägt maßgeblich an der Entwicklung von Linux bei. Programmierer der NSA arbeiten bei diversen Opensource-Projekten mit. Übrigens auch bei Googles Android. Interessant ist, dass die meisten Mitarbeiter der NSA im Verschlüsselungsbereich zu den Opensource-Projekten Code zusteuern. Warum machen die das wohl?

    Was EVE unter Wine angeht. Wie ist die Framerate im Vergleich zum Betrieb unter Windows? Ich hatte immer Streit mit den NVidia Treibern unter Linux. Linus Torvalds hat NVidia nicht umsonst pressemäßig den Stinkefinger gezeigt.

  • eXeler0n sagt:

    Natürlich haben sie da auch ihre Finger drinne. Aber eben nicht nur diese. Bei Linux ist der Quellcode offen und kann theoretisch von anderen überprüft werden. Das ist bei Windows nicht der Fall.
    Genauso verhält es sich mit anderen Opensource-Projekten.
    Und ich bin mir im klaren darüber, dass die an meinen PC kommen, wenn sie das wollen.

    Framerate würde ich als ähnlich bezeichnen, auch wenn ich AA unter Windows an und unter Linux aus habe. Es gibt ganz selten mal einen kleinen Ruckler (vor allem, wenn man das Bild schnell dreht). Linux Treiber ging bei mir ohne Probleme.

  • Ich bin auf windows unterwegs, installiere mir aber einmal im jahr ne linux dist. Nur um sich mal die weiterentwicklung anzusehen. Für mich persönlich ist es immernoch eine flickelei. Für mich auch nicht nachvollziehbar warum ich das OS wechsel und danach das selbe OS emuliere. aber jeder wie er lust hat ;=)

  • Neovenator sagt:

    „Wine Is Not an Emulator“ – :D

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