Nur ein weiterer Tag im All – Repost

Mein CEO und Bloggerkollege Jezaja (Giant Secure Container [1]) hat mich auf einen alten Post, oder besser eine alte Geschichte von mir hingewiesen, welche ich 2011 für den Nsup 100 Kurzgeschichtenwettbewerb [2] geschrieben habe. Da diese Geschichte noch nie in meinem Blog veröffentlich wurde hole ich dies hiermit nach:


Nur ein weiterer Tag im All

"Das grelle Licht. Seht ihr es? Dort am Ende des Tunnels?"
Ihr werdet euch nun fragen, ob ich gestorben bin. Sehr unwahrscheinlich wäre das nicht, denn ich bin schon viele Tode gestorben. Doch ich bin ein Kapselpilot und für uns ist der Tod nicht das Ende des Lebens. Eher ein böses Erwachen. Der Zustand meines Gehirns wird von der Kapsel kopiert und an meine Kloneinheit gesendet. Kurz bevor meine Kapsel auseinander bricht wird das mein Gehirn bei dem Kopiervorgang zerstört. Doch das ist nicht schlimm, mein geschundener Körper schwebt nur Millisekunden später in den kalten weiten des Alls. Dann bin ich aber schon in meinem Klon aufgewacht. Geplagt von den Nebenwirkungen wie Kopfweh, Schwindel und Übelkeit. Doch alles besser als der Tod. Bin ich trotz Klon erbärmlich draufgegangen?
Nein, ich sage es nochmals. Ich kann nicht sterben. Ich bin mit meinen Flottenmitgliedern in einem langen Warp Tunnel und falle jeden Augenblick aus dem Warp. Und das Licht? Ihr kennt es sicher. Es ist dieses wunderschöne Licht, dass bei der Explosion eines Raumschiffes entsteht. Es pulsiert in verschiedenen Farben. Es ist zuerst hell und weiß, dann wird es dunkler und farbenfroher.
Ein kleiner Teil meiner Flotte wartete bereits auf unser Eintreffen. Wagemutig waren sie voraus geflogen. Der feige Gegner sollte festgehalten und dann von uns wie eine Motte zerstampft werden. Hab ihr es gemerkt? Ich habe "sollte" benutzt. Das deutet an, dass nicht alles nach Plan lief. Doch was ging schief?
Die Explosion, von der ich oben erzählte, wurde von einem Schiff meiner Flotte verursacht. Es war eine wendige Frigatte der Rifter Klasse. Mit ihrer Geschwindigkeit und Wendigkeit sollte sie eines dieser langsamen größeren Schiffe festhalten. Doch der Plan ging nicht auf. Unsere Vorhut bestand aus drei Schiffen. Der Gegner hatte zwei Schiffe an einem Stargate. Kaum hatten wir die beiden Schiffe angegriffen, schon gab es einen Lichtblitz am Stargate und es tauchten zehn schwer bewaffnete Gegner zusätzlich auf. Deshalb war die Rifter explodiert. Die Waffen der Gegner hatten sich durch sie gefressen wie durch Butter. Ein Schiff weniger auf unserer Seite und der Gegner hat nun zwölf Schiffe. Unsere acht, abzüglich der Rifter, also sieben Schiffe stehen jetzt etwas blöd dem Gegner gegenüber. Fliehen oder kämpfen war nun die Frage an unseren Flottenführer. Er entscheidet sich für letzteres. Sieben kampferbrobte und blutgierige Piloten treten nun also den Kampf gegen eine Überzahl an. Das erste Ziel ist ein Battlecruiser der Prophecy Klasse. Sie hat der Wucht des Schadens nicht viel entgegen zu setzen und schnell wurde das All abermals von einer Explosion erhellt. Die gegnerische Flotte ist nun also um ein Schiff ärmer und scheint nicht richtig in Fahrt zu kommen. Sie schiessen wild um sich. Ihnen scheint die Übung zu Fehlen, die eine Söldnertruppe wie unsere hat. Schnell haben wir uns auf ein neues Ziel geeinigt. Jetzt sollte es einer Vagabond, ein verbesserter Cruiser, an die Substanz gehen. Mit jedem Treffer unserer Waffen erbebt das Schiff und dessen Tod war nahe. Dann kommt die Meldung aus meinem Kommunikationscomputer. Der Feind hat sich organisiert und schiesst auf eine unserer Drakes. Die Drake ist eines der besten Battlecruiser auf dem Markt. Sie kann eine große Menge an Schaden absorbieren und zusätzlich sind ihre Raketen eine gefährliche Waffe. Doch das Feuer von elf Gegnern zeigt auch bei diesem Schiff eine große Wirkung und zeitgleich mit der Vagabound verglüht auch unsere Drake in einer großen Detonation. Sechs Schiffe aus meiner Flotte stehen nun zehn feindlich Gesinnten gegenüber. Doch wir geben nicht auf. Um den einkommenden Schaden zu reduzieren attakieren wir nun ein Battleship. Die Tempest ist für solch ein großes Schiff schnell und ihre Projektilwaffen sind gefährlich. Unser Schaden zeigt nur langsam Wirkung, der Schild dieses Schiffes ist einfach zu enorm. Wir verlieren eine Stabber, ein Cruiser. Nur noch fünf Schiffe verbleiben uns. Das Schild der Tempest ist weg und da sich dieses Schiff auf den Schild gesetzt hat, ist ihr Puffer in Panzerung und Hülle schnell verbraucht. Auch sie verabschiedet sich in einem großen Feuerball. Neun gegen fünf. Wenn das so weiter geht, dann verlieren wir den Kampf. Das sollte aber keinen überraschen. Ich sagte zwar kampferprobt, damit meinte ich aber nur, dass wir mehr Übung im Kämpfen haben, als die meisten Kapselpiloten in unserer Galaxie. Letztendlich sind wir aber alle noch Anfänger. Erneut blitzt das Gate und es keimt die Hoffnung auf, dass das Sternentor verbündete Schiffe ausspuckt. Es werden sechs Schiffe sichtbar die eindeutig verbündet sind - mit unseren Gegnern.
Den Rest des Massakers brauche ich nicht weiter zu erläutern. Nur so viel sei gesagt. Mir ist schlecht, ich habe Kopfschmerzen und es dreht sich alles.

Was haltet ihr von der Geschichte? Diese und weitere Geschichten findet ihr im Nsup 100 Thread [2].

[1] http://giantsecurecontainer.blogspot.com
[2] http://www.eveger.de/forum/showthread.php?36018-Nsup-100&s=f5258772ab91b81f91f533541d14fe30

2 Antworten auf Nur ein weiterer Tag im All – Repost

  • Nere sagt:

    Blast from the past :o

  • Ide Matsumoto sagt:

    Liest sich fast wie meine Kurzgeschichten von 2010 „Erinnerung eines Kapselpiloten“ („Memories of a Capsuleer“)

    Kapitel 1 – Lernen durch Schmerz

    Schmerzen peinigten mein Gehirn als würde man mir eine glühende Nadel durch den Nacken schräg nach oben bis zu den Augäpfeln stechen.
    Ein gleißend helles Licht blendete mich. Ich konnte nicht richtig ausmachen ob das Gemurmel im Hintergrund, welches ich wahrnahm, Stimmen oder andersartige Geräusche waren.
    Was war passiert und wo war ich jetzt? Ich entsann mich das Kesselbrut mit Vorschlag nach meinem Lehrgang am Science and Trade Institute nach Osmedem zu verlegen, da die meisten Mitglieder von Bruch & Co. dort ansässig waren. Auch mein alter Freund aus vergangenen Tagen Olsai Telmun hatte sich dort niedergelassen und flog von dort mit seiner nagelneuen Thorax seine Einsätze. Xorron hatte mit sogar eine eigene Carracal versprochen sobald ich die Fähigkeiten gelernt hätte diesen Kreuzer zu fliegen.
    Aber das hier war nichts Osmeden. Meine Augen konnten nur Schemenhaft die Umgebung wahrnehmen, es war als schwamm ich in einem Tank. Ja das war es, ich befand mich in einem Klon-Tank. Aber wie war ich hier herein gekommen und viel wichtiger war die Frage „Warum war ich hier rein gesteckt worden?“.
    Kälte durchfuhr meinen Körper als die schleimige Nährflüssigkeit abgelassen wurde. Strauchelnd suchte ich vergebens nach Halt und fiel. Etwas weiches, warmes und trockenes fing mich auf. Langsam klärte sich mein Blick und auch mein Gehör kam wieder zurück. Der Schmerz in meinem Kopf hörte schlagartig auf und in mein Blickfeld trat grinsend eine Frau. Sie hatte ein Haarnetz auf, einen Mundschutz und war den Traditionen der Ärzte gänzlich in weiße Kleidung gehüllt.
    „Willkommen zurück in Ihrem nächsten Leben“ hörte ich die Frau mit den smaragdgrünen Augen zu mir sagen. „Machen Sie sich keine Sorgen wegen Ihrer kognitiven Fähigkeiten, die kommen genauso schnell zurück wie der Synapseninduktionspuls nachgelassen hat.“
    Ich versuchte die Frau zu fragen wo ich den sei und wie ich hier her gekommen bin, aber mehr wie ein unverständliches Gebrabbel wollte einfach nicht über meine Lippen kommen. Doch ein mit größter Anstrengung hervorgebrachtes „Was?“ hatte den gewünschten Effekt.
    „Ach das ist ihre erste Wiedergeburt nicht wahr? Keine Sorge, Ihre Erinnerungen sind auch gleich wieder da. Wir bekamen das Notsignal ihres letzten Klones vor etwa 12 Minuten. Anscheinend wurde ihre Rettungskapsel in der Black Rise Region abgeschossen.“
    Black Rise – der Name löste eine Erinnerung in mir aus. Sicher das war ein gefährliches Gebiet zwischen den äußeren Sektoren des Caldari-Imperium und der Gallente-Föderation. Aber was sollte ich da zu suchen gehabt haben? Nein ich erinnerte mich daran das ich auf New Caldari startete. Ich programmierte meinen Autopiloten auf das Zielsystem Osmeden und als ich in Tuntaras war legte ich mich schlafen. Das war meine letzte Erinnerung. Ich war nicht mal in der Nähe von Black Rise gewesen, geschweige denn hätte der Kurs meines Autopiloten mich dort hin geführt.
    „Kann ich aufstehen?“ fragte ich die Ärztin die immer noch mit merkwürdigen Gerätschaften an mir herumdoktorierte.
    „Sicher… einer Ihrer Freunde versucht Sie auch schon einige Zeit zu erreichen. Ein gewisser Kesselbrut.“
    „Na heiliges Wurmloch, da werde ich mir noch etwas anhören können.“ Kesselbrut war unser Flottenleiter und hatte sich auf die Fahne geschrieben seine schützende Hand über die Neulinge in der Corporation zu halten. Jetzt da ich allen Anschein nach meine neue Kestrel Fregatte verloren hatte, mein gesamtes Hab und Gut ebenfalls und darüber hinaus sogar noch den Kopf würde das Gespräch nicht gerade ein Vergnügen werden.
    Aber Kesselbrut konnte ruhig noch etwas warten. Ich massierte mir den Nacken und vertrieb das letzte bißchen peinigenden Schmerz des zurückgegangen Induktionspulses und trat vor den Lageplancomputer der Station.
    „Na also da sind wir und dort… perfekt!“ Alles was ich jetzt brauchte fand ich sicherlich nicht in einem Gespräch mit einem aufgeregten Vorgesetzten sondern im Sinners Inn. Einer Bar auf dem Promenadendeck in dem die Drinks kalt und die Nutten heiß waren.

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